Das schönste Ostergeschenk!

Wenn jemand glaubt, eine Hundegeburt sei bei Züchtern Routine, der irrt sich gewaltig, denn jede Geburt ist anders. Und immer wieder ist man aufs neue besorgt. Auch der Ablauf kann sich  ändern.  Eine gewisse Angst um unsere Hündin ,das etwas schief geht ist immer dabei. Selbst wenn man sich mit anderen Züchtern unterhält, erfährt man auch  wieder andere Erfahrungen, die nicht immer so gut ausgehen wie bei uns. zum Glück!

Hier finden Sie ein paar Hintergrundinformationen

von den stolzen Eltern! 

        Asso    und    Uraja            

 

Es ist Karfreitag früh Morgens halb Zehn in Lonnerstadt. Der Tag scheint normal, doch irgendetwas war da doch? Genau der von uns errechnete Geburtstermin von Uraja`s und Asso´s Welpen. Aber Spaß bei Seite es gibt kein anderes Thema in den letzten Wochen als die Babys auf die wir uns schon so lange freuen. Dabei denkt sich bestimmt der Eine oder Andere, die hatten doch erst vor einem knappen Jahr Welpen. Ja das stimmt! Aber es gibt wirklich nichts schöneres als eine Geburt mit zu erleben. Die Entwicklung der Welpen zu beobachten, und zu fördern. Es ist einfach genial. Wenn uns jemand vorschlagen würde, wir könnten für vier Wochen in Urlaub auf Hawaii, müssten aber im Gegenzug auf die Anwesenheit der Geburt verzichten. Wir würden ohne nachzudenken ablehnen. Denn dieses Erlebnis kann uns keiner nehmen, und wird sich auch niemals in der Art wiederholen.

Es ist immer noch halb Zehn in Lonnerstadt. Ich bin soeben mit den Hunden vom Morgenspaziergang zurückgekommen, und Uraja macht mir nicht den Eindruck als hätte sie heute vor ihre Welpen zu kriegen. Nun sitzen wir gemeinsam mit den Kindern am Frühstückstisch und reden wie so oft über unsere Hunde und deren Ausbildung, und führen eine Diskussion über die Erziehung anderer Hundebesitzer. Auf einmal scheint sich etwas zu tun. Uraja hat nichts gefressen, und läuft etwas unruhig hin und her. Ihre Wurfhöhle hat sie bis jetzt noch nicht einmal betreten, seit wir ihr das Lager eingerichtet haben. Die Vorbereitungen sind schon seit Wochen im Gange. Es muss peinlichst genau jede Komplikation eingeschlossen werden. Vorbereitung ist das A und O vor jeder Geburt. Da muss schon alles im Haus sein, und darf wirklich nichts fehlen. Es wäre schlimm wenn keine Welpenmilch, oder  kein Traubenzucker besorgt wäre. Meine Frau achtet da wirklich genauestens auf jede Kleinigkeit, damit wir nicht in Hektik geraten, wenn es los geht. Wenn man nämlich erst kurz vor der Geburt anfängt seine benötigten Mittel zusammen zu suchen, macht das die Hündin nervös. Aber  eins mussten  wir gestern doch noch machen. Unseren ansässigen Tierarzt angerufen, und Bescheid gesagt, das er eventuell über die Feiertage bei Problemen kommen muss. Das ist wichtig, nicht das er irgendwo unter Palmen liegt, wenn Uri zum Beispiel einen Kaiserschnitt braucht, oder eine Notoperation von Nöten ist.

Wir fragen uns ob es wohl heute so weit ist, und alles gut geht? Haben wir auch tatsächlich alles besorgt. Seit einigen Tagen messen wir die Temperatur von Uri, denn ein Temperaturabstieg von nur einen Grad kann schon ein Zeichen sein das es nicht mehr lange dauert. Und tatsächlich 36,5 Grad! also die Einleitungsphase hat begonnen. Bei den meisten Hunden bekommt man diesen Zeitpunkt gar nicht so genau mit, aber bei unserer Uraja ist das anders. Sie zeigt uns gerne das sie ihre Welpen jetzt in den Geburtskanal pressen muss. Sie geht jetzt urplötzlich, ohne Aufforderung in ihre Wurfhöhle die wir vorbereitet haben. Mittlerweilen ist es schon knapp 14.00 Uhr. Uraja hechelt sehr stark und trinkt viel. Wir wechseln uns ab, und gehen mit unsere Hündin immer wieder ein bisschen spazieren. Das erleichtert Ihr die Vorbereitung auf die anstrengende Zeit der Geburt. Wir denken bis 18.00 Uhr wird schon das erste Baby auf der Welt sein. Aber nichts! Es ist 19.00 Uhr. Uraja hechelt und hechelt. Auweia denken wir, das wird wahrscheinlich ein großer Wurf, da die Einleitung so lange dauert. Wir sitzen wie immer vor ihrem Lager und reden auf ihr beruhigend ein. Uraja ist eine von den Hündinnen, die nicht alleine sein will wenn es los geht. Normalerweise steht Uri sofort an der Haustür, wenn ich die Leinen in die Hand nehme, aber zum Gassi muss sie jetzt gezwungen werden. Also geh ich nur mit dem Rest von unserem Rudel. Meine Frau muss bei ihrem Liebling bleiben. Aber auch sie führt unsere tapfere Hündin noch mal etwas herum um sich zu entleeren. Uri flitzt schnell wieder in die Wurfkiste. Hechel, hechel, und wieder etwas schlafen. Wir versuchen ruhig zu bleiben, und beschäftigen uns mit unseren Hunden im Garten, mit einem Auge und einem Ohr ganz nah bei Uraja. Doch die Hunde haben keine Lust zu spielen. Sie wissen auch, da liegt was in der Luft. Wicki leckt Uraja das Maul und zeigt ihr das alles OK ist.  Urimaus macht fleißig ihre Schwangerschaftsübungen. Hecheln pressen, hecheln pressen atmen, die Intervalle verkürzen sich. Es wird 1.00 Uhr, und das Hecheln wird deutlich stärker, das pressen intensiver. Jetzt muss es bald soweit sein. Wir liegen vor der Wurfhöhle und ich bin ein paar Minuten eingeschlafen, als ich plötzlich von einem lauterem stöhnen von Uraja wieder geweckt wurde. Es war genau der richtige Zeitpunkt, 2.05 Uhr fast Lautlos mit ein bisschen erlösenden Lauten kündigte sich der erste Welpe an. Uraja scheint etwas überrascht, doch sie weiß was zu tun ist. Da liegt er nun der erste Welpe in der Fruchthülle umgeben von der Plazenta. Uri beißt mit ihren Schneidezähnen die Fruchthülle auf und leckt ihr Erstgeborenes sauber, beißt die Nabelschnur durch die beide noch miteinander verbindet. Alles wird restlos aufgefressen, das benötigt eine gebärende Hündin zwecks Hormon-Vitamine-Nährstoffe für die Welpen. Selbst das auffressen der Plazenta ist Wehen und Laktatinsfördend. Mit der langen Nabelschnur hat Uri etwas Probleme so das meine Frau ihr beim abnabeln hilft, und gleich abbindet. Es ist doch gut das wir uns gut vorbereitet haben, so das Faden und Schere schon parat lagen. Wir sind glücklich, und Uraja scheint etwas erleichtert zu sein. Vielleicht denkt sie das war`s  jetzt, denn bei ihrer letzten Geburt war ja jetzt Schluss. Sie leckt den kleinen bis ein kleines fiepen zu hören ist. Und der kleine schleppt sich zur Quelle um die wichtige Kolostralmilch zu erhalten, und sich von den Strapazen zu stärken. Das schmatzen des kleinen übertönt Uris hecheln. Es scheint ihr gut zu tun. Wie bei einer Menschenmutter ist dies ein Gefühl der Zufriedenheit und Glück, das aus ihrem Gesicht eindeutig zu lesen ist. Nach dem sich der Kleine gestärkt hat, muss er natürlich gewogen werden um die Gewichtszunahme täglich zu kontrollieren. Hurra ein Mädchen! 380 Gramm , und da es die erste ist, nennen wir Sie Evita. Das ist eine Ableitung von Eva. Zu erkennen an dem dunklen Streifen am Rücken, wie es bei Rhodesian Ridgebacks der Fall ist. Bei der Gelegenheit werden auch gleich die Krallen gekürzt, die schon von Geburt an sehr scharf sein können. Zwischendurch versuche ich immer wieder ein paar Bilder zu machen. Meine Frau Alex rubbelt die Kleine mit einem Handtuch noch etwas trocken , auch um die Durchblutung zu fördern. Uri freut sich schon wieder ihr Baby bei sich zu haben. Sie ist eine Supermama. Währenddessen die Kleine wieder am Gesäuge hängt kommt um 3.04 Uhr der nächste Schützling. Es ist  ein Gefühl der Freude und Gänsehaut durchfährt unsere Körper. Am liebsten möchte ich laut schreien, das ich Papa geworden bin, aber der biologische Vater liegt ganz entspannt im Flur und bekommt von der Geburt nur wenig mit. Meine Frau rubbelt und redet mit dem kleinen Wurm, und gibt Uraja Kraft indem sie ihr immer wieder sagt wie großartig sie ist. Da Uraja der absolute Traumhund meiner Frau ist, fühlt sie natürlich am stärksten von uns zwei. Und macht sich  genauso Sorgen als wäre sie selbst Mutter geworden. Dieses Mal hat Uri den Welpen schön abgenabelt und die Frucht aufgefressen. Wieder ein Mädchen. Da sich mehr für eine Hündin vorgemerkt haben kommt uns das sehr recht um alle zufrieden zu stellen. 378 Gramm ein gutes Gewicht, und der Name stand schon lange fest. Eine Emma soll es sein. Emma ist der Wunsch meiner Frau, und bedeutet allumfassend oder groß. Als Erkennung ist der kleine Punkt am Hals und ein schwarzer Fleck am Fuß sehr auffällig. Kaum haben wir die beiden Welpen versorgt und wieder angelegt, gehts schon weiter. Da Uraja ihr Lager nicht verlässt müssen wir um ihr herum wieder alles trocken legen und sauber machen. Unsere Hündin ist die Beste die es gibt, und das sagen wir ihr immer wieder. Und wie stolz sie uns macht. Sie bäumt sich kurz auf und schwups da schaut doch ein kleiner Asso durch die durchsichtige Hülle der Frucht unserer Uri. Ein Champagnerfarbiger! Das kann nur ein Rüde sein, dachte ich, und so war es auch. Emilio hat das Licht der Welt erblickt. Um 3.37 Uhr mit 382 Gramm. Emilio wird nach meiner Wenigkeit  benannt da dies mein zweiter Vorname  ist. War jedoch die Idee meiner Frau! Jetzt geht es sehr schnell. Wir sind voll beschäftigt. Wir können Uri nicht dazu bewegen ihr Lager zu verlassen. Nachdem die drei Süßen ordentlich getrunken hatten, haben wir sie erst einmal auf eine Wärmflasche in ein separates Nestchen gelegt, wo sie sich erholen konnten und um Uri den Platz frei zu machen, um ihren nächsten Stammhalter zu gebären. Um 4.20 Uhr  hat sich gleich Enrico durch lautes Gequieke bemerkbar gemacht, und genau deshalb bekommt er einen Namen, nach dem berühmten Opernsänger Enrico Carusso. Er ist leicht zu erkennen an dem etwas helleren Aussehen im Vergleich zu Emilio. Mit 370 Gramm hat auch er ein sehr stolzes Gewicht. Uraja wirkt entspannter und hat einen Ausdruck der Erschöpfung im Gesicht. Es scheint vorbei zu sein, dachten wir. Doch irgendwie drückte Uraja ihre Hinterläufe gegen die Wand, und bäumt sich wieder auf. Sie versucht zu pressen und es kommt nichts. Auweh das ist kein gutes Zeichen. Uraja jammert und quietscht während der Wehen. Wir sind besorgt, aber das muss nicht immer ein Zeichen von Problemen sein. Wieder bäumt sie sich auf und läuft in ihrer Höhle umher, und quiekt. Eine Steißlage! Der Welpe steckt fest. Das ist jedoch nicht ganz so schlimm, aber erheblich mehr Schmerzen für Uraja bei der Austreibung des Welpen. Solange sich der kleine nicht verhakt ist alles noch im grünen Bereich. Etwa 40 % der Welpen werden mit Steißlage geboren. Es ist zum Glück alles gut gegangen und Uri wurde von den Schmerzen erlöst in dem der Welpe endlich den Geburtskanal verlassen hat, und bei uns ist. Meine Frau half Uri die Fruchthülle zu öffnen und die Atmung des kleinen zu beschleunigen. Denn das war Stress genug für Uraja. Und weil der kleine Racker nach Qualen unsere Uri wieder befreit hat, nennen wir den Rüden Elias. Elias ist hebräisch und bedeutet soviel wie Gott der Erlöser. Er kam um 4.20 Uhr mit 348 Gramm zur Welt, und war der letzte unserer fünf Welpen. Nachdem wir die Wurfkiste und die Spuren der Geburt wieder gesäubert hatten bekam auch Uraja eine kleine Wäsche, damit Sie wieder eine saubere und trockene Wurfhöhle vorfindet um Ihre kleinen zu versorgen. Uraja schläft jetzt, und stillt entspannt ihre Welpen. Sie ist die Beste für uns, und hat uns wieder zu stolzen Zieheltern gemacht. Wir danken dir Uraja, für diesen bezaubernden Hundehaufen!

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Hinweis: Auf Wunsch der neuen Besitzer wird aus Evita jetzt Elli

 

 

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