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Das
Skellett Zum
Skelett gehören der Schädel, die Vorder- und
Hintergliedmasse und die Wirbelsäule.
Die Vordergliedmasse des Hundes setzt sich aus dem
Schulterblatt, dem Oberarm, Speiche und Elle, den
Vorderfusswurzelknöchelchen, den Mittelhandknochen
und den Zehenknochen zusammen. Die Verbindung mit
dem Brustkorb ist nicht gelenkig, das Vorderbein ist
gewissermassen nur durch Muskeln und Faszien am
Rumpf aufgehängt. Dies steht im Zusammenhang mit der
Biomechanik der Fortbewegung, indem der Antrieb
allein aus der Hintergliedmasse kommt und die
Vordergliedmasse den von hinten kommenden Schub
möglichst dynamisch auffangen sollte. Dass das
Vorderbein in erster Linie statische Aufgaben zu
Erfüllen hat zeigt sich auch in der Anordnung der
Gelenke: Vom Ellbogen abwärts ist die
Vordergliedmasse gestreckt.
Der Schultergürtel ist bei Hund und Katze, die die
Vordergliedmasse nur zum Gehen und nicht wie wir
Menschen für gezielte Aktionen gebrauchen,
reduziert. So fehlt das Schlüsselbein und das
Rabenschnabelbein. Zwischen Schulterblatt und
Oberarm liegt das Schultergelenk. Dieses Gelenk wird
nicht durch Seitenbänder geführt, an ihre Stelle
treten Muskeln mit ihren Endsehnen. Diese Muskeln
verhindern Seitwärtsbewegungen im Schultergelenk.
Der Oberarm ist ein kräftiger Knochen, der beim
Dackel und bei kurzbeinigen Terriern stark gebogen
ist.
Der Unterarm besteht aus Speiche (Radius) und Elle (Ulna).
Bei Hund und Katze kreuzen sich diese zwei Knochen,
so dass ähnlich wie beim Menschen noch ein leichtes
Drehvermögen des Unterarms vorhanden ist. Im
Ellbogen weist die Elle nahe der Gelenksfläche zum
Oberarm verschiedene Fortsätze auf (Abb. 3): den
Processus anconaeus und innen und aussen einen
Kronenfortsatz (Processus coronoideus). Bei der
Ellbogengelenksdysplasie macht meistens ein
fragmentierter Proc. anconaeus Probleme. Der bis zur
11. Lebenswoche rein knorplige Proc. anconaeus hat
ein eigenes Verknöcherungszentrum. Verknöchert seine
Wachstumsfuge im Alter von 18-24 Wochen, verliert
der Proc. anconaeus an Elastizität und kann durch
einwirkende Kräfte abreissen. Auch am Proc.
coronoideus findet man häufig krankhafte
Veränderungen.
Skelett
eines Hundes
Das Skelett besteht aus
Einzelknochen, die je nach Lokalisation und Funktion
kurz (Wirbel, Knochen von Vorderfusswurzel- und
Sprunggelenk), platt (Schädelknochen, Schulterblatt)
oder röhrenförmig (die meisten Gliedmassenknochen)
sein können
Am Röhrenknochen umfasst
die stabile Knochenrinde (Kompakta) die Markhöhle.
In der Markhöhle befindet sich das Knochenmark, das
zur Zeit der Geburt in allen Knochen der Bildung von
roten Blutkörperchen dient. Später sind nur noch
wenige Knochen (Rippen, Brustbein, Wirbel, Becken)
zur Blutbildung befähigt, in den übrigen Knochen
wird das rote Knochenmark durch gelbes Fettmark
ersetzt. Zwischen dem Mittel- und den beiden
Endstücken des Knochens befindet sich je eine
Wachstumsfuge aus Knorpel. Wenn diese knorplige Zone
verknöchert, ist das Längenwachstum eines Knochens
abgeschlossen. Der Anteil der einzelnen
Wachstumszonen auf das Gesamtwachstum des Knochens
ist sehr unterschiedlich, an der Elle beispielsweise
trägt die untere Wachstumsfuge 85%, die obere nur
15% zum Längenwachstum bei. Der Bereich der
Wachstumsfuge ist speziell anfällig, Schäden
beeinträchtigen das Längenwachstum eines Knochens.
Wenn nur eine Wachstumsfuge betroffen ist, so wird
nach Möglichkeit die andere Wachstumsfuge desselben
Knochens kompensatorisch vermehrt wachsen. Nicht
überall laufen jedoch derartige Störungen so
problemlos ab: da Speiche und Elle parallel
verlaufen, kommt es bei einer
Wachstumsfugenschädigung des einen Knochens zu
Verkrümmungen, da auch das Wachstum des andern
Knochens beeinträchtigt wird.
Bei den chondrodystrophen Rassen Dackel und Basset
schliessen sich die Wachstumsfugen aus noch nicht
bekannten Gründen zu früh und es kommt damit zu
einem gestörten Längenwachstum mit normalem
Dickenwachstum des Knochens. Die Knochen bleiben in
der Folge kurz und plump.
Ganz aussen wird der Knochen von der Knochenhaut
umgeben, die Gefässe und Nerven an den Knochen
bringt. Mit Hilfe dieser Gefässe erfolgt die Heilung
nach Frakturen. Dazu ist jedoch eine ausreichende
Ruhigstellung der Fragmente unabdingbar, da sonst
das Einsprossen von Gefässen verhindert wird. Von
den Zellen der Knochenhaut aus erfolgt zudem die
Zunahme an Durchmesser eines Knochens.
Knochen befinden sich in einem ständigen Umbau, Auf-
und Abbau verhalten sich etwas gleichmässig, je nach
Belastung kann es aber auch zu einer
Knochenverstärkung oder zu einem zu starken Abbau
kommen.
Das Gelenk
Überall, wo Bewegungen
zwischen zwei Knochen erfolgen sollen, sind die
Knochen durch Gelenke verbunden. In diesem Bereich
sind die Knochenenden von stossdämpfenden
Gelenkknorpeln überzogen. Die bindegewebige
Gelenkskapsel verbindet die Knochenenden und umfasst
die Gelenkshöhle. Die zähflüssige und fadenziehende
Gelenksschmiere in der Gelenkshöhle wird von den
Zellen der Gelenkskapsel gebildet und dient neben
der Verringerung der Reibung auch der Ernährung des
Gelenksknorpels. An den meisten Gelenken führen
Seitenbänder das Gelenk und verhindern somit allzu
ausgedehnte Bewegungen. Verletzungen von Bändern,
Gelenkskapseln und Knochenhaut sind sehr
schmerzempfindlich!
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Abbildung
Schema eines Gelenks:
| a, b |
Knochenenden |
| c |
Gelenksknorpel |
| d |
Gelenkskapsel |
| e |
Gelenkshöhle mit Gelenksschmiere |
| f |
Knochenhaut |
| g |
Seitenband |
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Der Verdauungsapperat
Der Verdauungsapparat
beginnt mit der Maulhöhle. Das Futter passiert dann
den Rachen, um durch die enge Speiseröhre in den
Magen zu gelangen. Nachdem die verwertbaren
Substanzen im Dünn- und Dickdarm aufgenommen wurden,
werden die vom Körper nicht brauchbaren Stoffe beim
After wieder ausgeschieden.
Die Maulhöhle wird zum grössten Teil von der Zunge
und den Zähnen ausgefüllt. Bei den Zähnen
unterscheidet man die Schneidezähne (Incisivi), den
Eckzahn (Caninus), die vorderen Backenzähne (Praemolaren)
und die hinteren Backenzähne (Molaren). Bei den
Milchzähnen, die mit etwa halbjährig gewechselt
werden, gibt es noch keine Molaren. Der Eckzahn ist
am schwierigsten zu behandeln und auch zu ziehen, da
er gebogen ist und eine lange, gebogene Wurzel hat.
Alle Backenzähne sind mehrwurzlige Zähne. Bei Hund
und Katze setzt sich häufig, v.a. im
Backenzahnbereich, wo der Ausführgang der
Ohrspeicheldrüse mündet, Zahnstein an. Da starker
Zahnstein Zahnfleischentzündungen nach sich ziehen
kann und sogar soweit führen kann, dass das Tier die
Nahrung verweigert, sollte der Zahnstein vom
Tierarzt entfernt werden. Dazu ist jedoch eine
Narkose erforderlich. Eine gute Prophylaxe ist das
Verfüttern von Trockenfutter "Chügeli".
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Das
Gebiss


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Abbildung
Milchgebiss des heranwachsenden Hundes
In der linken und
der rechten Hälfte sind oben und unten je 3
Schneidezähne (Jd 1-3), 1 Eckzahn (Cd) und 3
vordere Backenzähne (Pd 2-4) ausgebildet.
Hintere Backenzähne gibt es erst im
Erwachsenengebiss. |
Abbildung
Oberkiefer eines erwachsenen Hundes mit Sicht
auf die Zahnwurzeln.
Beiderseits sind je
4 vordere und 2 hintere Backenzähne vorhanden.
Abbildung
Unterkiefer eines erwachsenen Hundes mit
Sicht auf die Zahnwurzeln.
In beiden
Kieferhälften sind je 4 vordere und 3
hintere Backenzähne ausgebildet. |
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Der
Magen
Der Magen des Hundes hat
im ganzen Bereich Drüsenschleimhaut, das heisst es
wird Salzsäure produziert, zur Eiweissverdauung.
Chronisches Erbrechen kann durch ein Magengeschwür
verursacht werden, was bei einer Magenspiegelung
erkennbar wird.
Der Magen des Hundes ist sehr schlecht befestigt,
vor allem bei grossen und flachbrüstigen Hunderassen
kann er deshalb aufgasen und zu drehen beginnen.
Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall!
Der 2-5 m lange Darm besteht grob aus Dünndarm und
Dickdarm. Diese lassen sich nochmals unterteilen in
Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm (alles
Dünndärme) und in Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm
(alles Dickdärme). Den Blinddarm als Wurmfortsatz,
wie er bei uns Menschen ausgebildet ist, gibt es bei
Hund und Katze nicht. Der Dünndarm ist sehr viel
länger als der Dickdarm, in ihm werden die leichter
verdaulichen Stoffe abgebaut und resorbiert. Im
Dickdarm verweilt der Futterbrei länger, hier werden
die schwerer verdaulichen Stoffe abgebaut und
aufgenommen, ebenso wird dem Kot Wasser entzogen.
Die für die Futteraufschlüsselung wichtigen
Verdauungssäfte werden von den Drüsen der
Darmschleimhaut, von der Bauchspeicheldrüse und von
der Leber (Galle) produziert. In der Magen- und
Darmschleimhaut hat es viele Nerven; Entzündungen
und Blähungen sind deshalb sehr schmerzhaft.
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Abbildung
Schema der Darmschlingen des Hundes
| A |
Magen |
E |
Blinddarm |
| B |
Zwölffingerdarm |
F -
H |
Grimmdarm |
| C |
Leerdarm |
J |
Enddarm |
| D |
Hüftdarm |
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Die Blutgefässe
(schwarz) verlaufen im Aufhängeband des Darmes
(grau). |
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Schräg unterhalb der
Afteröffnung befinden sich die beiden Afterdrüsen
oder Analbeutel. Sie geben dem Kot eine bestimmte
Duftnote und dienen zur gegenseitigen Erkennung.
Leider können diese Drüsen verstopfen und sich
entzünden, was der Hund mit Schlittenfahren auf dem
Hinterteil zeigt. Ihr Tierarzt kann dem Hund durch
Ausdrücken der Analbeutel Linderung verschaffen.
Die Atmung
Die Luft wird durch die
Nasenlöcher eingesogen und gelangt durch die
Nasenhöhle, den Rachen, den Kehlkopf und die
Luftröhre zur Lunge. Hier erfolgt die Verzweigung
der Luftröhre in die zwei Hauptbronchien für die
beiden Lungenflügel. Die Hauptbronchien teilen sich
dann in kleinere Bronchien und schliesslich in die
Lungenbläschen, ähnlich wie ein Baumstamm sich in
Äste und Zweige aufteilt.
Der Nasenhöhle sind die Nasennebenhöhlen
(Kieferhöhle, Stirnhöhle) angeschlossen.
Vereiterungen kommen vor, z.B. als Folge einer
Zahnfachvereiterung.
Bei Reizungen der Nasenschleimhaut wird ein
Niesreflex ausgelöst. Das Riechen erfolgt nur im
allerhintersten Teil der Nasenhöhle; nur hier sind
spezielle Sinneszellen vorhanden, die Gerüche
aufnehmen und an das Hirn weiterleiten, wo sie
bewusst wahrgenommen werden. Die Riechschleimhaut
des Hundes ist dabei etwa 30x so gross wie diejenige
des Menschen, Hunde riechen deshalb viel besser als
wir.
Im Rachen kreuzen sich Atmungsweg und Nahrungsweg.
Es ist deshalb wichtig, dass hier beim Schlucken ein
Bissen in die Speiseröhre und nicht
fälschlicherweise in die Luftröhre gelangt. Dazu
wird der Eingang zur Luftröhre beim Schlucken durch
den Kehldeckel verschlossen. Auch Hunde und Katzen
können Schluckweh haben und werden in der Folge zwar
Interesse an der Nahrung zeigen, aber kein Futter
fressen.
Die Luftröhre wird durch einzelne Knorpelringe
gestützt, damit ihr Durchmesser immer etwa gleich
bleibt. Auch die grösseren Bronchien sind noch durch
Knorpel gestützt. Die kleinen Lungenbläschen sind
von Auge nicht mehr sichtbar und haben eine ganz
dünne Wand. Hier erfolgt der Gasaustausch, d.h.
Sauerstoff wechselt von den Lungenbläschen in die
Blutbahn und verbrauchtes CO2 wird dafür aus der
Blutbahn an die Lungenbläschen abgegeben und
ausgeatmet. Bei einer Bronchitis ist die
Bronchialschleimhaut entzündet, bei einer
Lungenentzündung ist auch das Lungengewebe
betroffen; das Lungengewebe wird durch Bindegewebe
ersetzt, was zur Folge hat, dass ganze Lungenteile
nicht mehr richtig belüftet werden.
Herz-Kreislauforgane
Das Herz ist die
zentrale Pumpe für den Kreislauf. Es hat die
Aufgabe, das Blut mittels Gefässen in die weiter weg
liegenden Körperteile zu pumpen. Gefässe, die das
Blut weg vom Herz bringen, nennt man Arterien,
Gefässe, die das Blut zum Herz bringen, Venen. Die
grossen Arterien verzweigen sich weiter in
Arteriolen und gehen schliesslich in Kapillaren
(Haargefässe) über, welche für den Stoffaustausch in
den Geweben verantwortlich sind. Die Kapillaren
sammeln sich danach wieder zu Venolen und fliessen
dann zu Venen zusammen, die das Blut zum Herz zurück
transportieren.
Am Herz unterscheidet man eine linke und eine rechte
Hälfte, wobei die zwei Hälften beim Tier etwas
verschoben zueinander sind, so dass die rechte
Herzhälfte vor der linken Herzhälfte liegt. Jede
Hälfte besteht aus einer Herzvorkammer und einer
Herzkammer. Dazwischen liegen die Herzklappen.
Weitere Herzklappen (Aortenklappe, Pulmonalklappe)
befinden sich an den Gefässen, welche das Herz
verlassen.
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Abbildung
Lage der Brustorgane des Hundes
(Ansicht von rechts)
horizontal gestreift = Herz, schwarz =
Lungenfeld, überlagert das Herz teilweise.
Einige Bauchorgane, so z.B. die gepunktet
dargestellte Leber und der Magen, befinden sich
ebenfalls noch innerhalb des rippengestützten
Brustkorbes. |
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Das Blut von Kopf,
Hals und Vorderbeinen wird durch die vordere
Hohlvene, das Blut von Rücken, Bauchorganen und
Hinterbeinen durch die hintere Hohlvene zur rechten
Herzvorkammer gebracht. Dieses Blut ist
sauerstoffarm, weil der Sauerstoff in den Geweben
verbraucht wurde. Von der rechten Herzvorkammer
fliesst das Blut zur rechten Herzkammer und von da
geht es in die Lungenarterie. Dieses Gefäss bringt
das sauerstoffarme Blut zur Lunge, wo es wieder neu
mit Sauerstoff beladen wird. Von der Lunge fliesst
das nun sauerstoffreiche Blut im kleinen Kreislauf
über Lungenvenen zum Herz zurück und gelangt in die
linke Herzvorkammer. Von da geht es weiter in die
linke Herzkammer, von wo aus das sauerstoffreiche
Blut über die Hauptschlagader (Aorta) wieder in den
Körper hinaus gebracht wird. |
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Abbildung
Röntgenaufnahme der Brusthöhle des Hundes
(der Kopf schaut nach rechts)
Am linken Bildrand ist das Zwerchfell sichtbar,
welches die Brusthöhle von der Bauchhöhle
trennt. In der Bildmitte ist der Herzschatten zu
erkennen, darum herum liegt schwarz, d.h.
strahlendurchlässig das Lungenfeld. Knochen
absorbieren die meisten Strahlen und stellen
sich deshalb weiss dar: oben die
Brustwirbelsäule, unten das Brustbein. |
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Die Herzklappen arbeiten in
diesem Kreislauf wie Ventile. Wenn das Blut die
Herzkammern verlassen hat, müssen diese neu mit Blut
gefüllt werden, folglich schliessen sich die Klappen
am Ausgang in die Hauptschlagader und in die
Lungenarterie. Die Klappen zwischen Herzvorkammer
und Herzkammer sind offen. Wenn die Herzwand sich
beim nächsten Kontraktionszyklus zusammenzieht, um
das Blut aus dem Herz hinaus zu pumpen, so öffnen
sich die Klappen am Ausgang in die Hauptschlagader
und die Lungenarterie. Damit das Blut in die
richtige Richtung fliesst, verschliessen sich die
Klappen zwischen Herzvorkammer und Herzkammer. |
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Die
Harnorgane
Die Nieren liegen
beiderseits in der Lendengegend, eingepackt in viel
schützendes Fettgewebe. Sie sind wichtige
Ausscheidungsorgane. Sie scheiden den Harnstoff aus,
der in der Leber aus dem für den Körper giftigen
Ammoniak gebildet wurde. Die Nieren sind aber auch
an der Regulation des Wasser- und
Mineralstoffhaushaltes und des Blutdruckes
beteiligt. Der Urin wird in den Nieren aus dem Blut
filtriert. Die kleinen Nierenkörperchen bilden eine
Art Trichter, in welchem Gefässschlingen verlaufen.
Niedermolekulare Stoffe können durch die
Trichtermembranen hindurchschleichen und so aus dem
Blut in die harnführenden Kanälchen wechseln. Durch
diese Kanälchen tröpfelt der Urin ins Nierenbecken
und gelangt über die Harnleiter in die Harnblase.
Die Harnblase ist ein Speicherorgan, ihr Verschluss
erfolgt durch Muskulatur am Blasenhals. Wenn die
Blase voll ist, wird ihre Wand ganz dünn. Dies kann
beispielsweise bei Autounfällen zu Problemen führen,
weil die Blase platzen kann. Dann gelangt der Urin
in die Bauchhöhle, es kommt zu einer inneren
Vergiftung mit Harnstoff.
Von der Harnblase gelangt der Urin durch die
Harnröhre in die Aussenwelt. Die Harnröhre ist bei
der Hündin viel kürzer als beim Rüden, deshalb sind
Hündinnen anfälliger auf Blasenentzündungen. Diese
Erkrankung äussert sich dadurch, dass die Hündin
sich sehr oft hinsetzt, um Harn abzusetzen, es
kommen aber nur ein paar Tropfen. Davon
unterschieden werden muss Urin, der ausfliesst ohne
dass die Hündin die typische Harnabsatzstellung
zeigt. Unbewusstes Harnträufeln (Harninkontinenz)
kommt bei 20% der kastrierten Hündinnen vor.
Risikopatienten sind vor allem Rassen mit einem
Körpergewicht über 20 kg. |
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Abbildung
Längsschnitt durch die Niere eines Hundes
Ganz aussen in der
Rinde befinden sich die Nierenkörperchen, in
denen der Urin aus dem Blut filtriert wird. Der
Urin fliesst dann durch die Kanälchen im heller
werdenden Mark zum Nierenbecken. Unten am Bild
verlässt der Harnleiter das Nierenbecken. |
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Leider kommt es bei älteren
Tieren nicht selten zu Nierenerkrankungen. Bei
Katzen ist eine der häufigsten Todesursachen eine
chronische Niereninsuffizienz. Erste Symptome sind
vermehrtes Trinken, vermehrter Harnabsatz und
gelegentliches Erbrechen. Leider ist aber ein
Grossteil der Niere bereits zerstört, wenn die
ersten Symptome auftreten.
Die
Geschlechtsorgane
Beim männlichen Tier
werden die Spermien in den Hoden gebildet, reifen im
Nebenhoden aus und gelangen bei der Ejakulation über
die Samenleiter in die Harnröhre, die im Penis
verläuft. Kurz vor der Einmündung der Samenleiter in
die Harnröhre sind die Geschlechtsdrüsen angelagert,
besonders bekannt die Prostata (Vorsteherdrüse).
Erst wenn das Sekret dieser Drüsen zu den Spermien
hinzukommt, sind diese befruchtungsfähig.
Entzündungen der Prostata sind sehr schmerzhaft. Bei
älteren Rüden kann die Prostata vergrössert sein,
was der Hund dadurch zeigt, dass er kaum Kot
absetzen kann. Sowohl bei Entzündungen wie auch bei
Entartungen der Prostata hilft eine Kastration des
Rüden.
Die Hoden entwickeln sich in der Bauchhöhle und
steigen in den ersten Wochen nach der Geburt in den
Hodensack hinab. Unterbleibt dieser Abstieg, ist der
Hund ein "Kryptorchide". Dabei kann ein Hode oder
beide Hoden entweder in der Leistengegend oder in
der Bauchhöhle stecken bleiben. Der Rüde ist dann
nicht zeugungsfähig, da die Temperatur in der
Bauchhöhle zu gross für lebensfähige Spermien ist.
Er wird aber das normale Rüdenverhalten zeigen, da
von den Hoden trotzdem männliches Geschlechtshormon,
Testosteron, gebildet wird. Bei Kryptorchiden
besteht jedoch das Risiko, dass die Hoden krebsig
entarten.
Die Eierstöcke der Hündin liegen hinter den Nieren.
Sie haben beim Hund ein kleineres Aufhängeband als
bei der Katze, weshalb die Kastration bei der Hündin
aufwendiger als bei der Kätzin ist. Bei der Kätzin
werden meist nur die Eierstöcke entfernt, bei der
Hündin wird oft auch die Gebärmutter herausoperiert,
um zu verhindern, dass sie später vereitert. Bei
apathischen unkastrierten Hündinnen, die viel
trinken, muss immer auch an eine Vereiterung der
Gebärmutter (Pyometra) gedacht werden! Die
Gebärmutter hat einen kurzen Körper und
eileiterwärts zwei bleistiftartige Hörner. Bei einer
Trächtigkeit entwickeln sich die Welpen gleichmässig
in beiden Hörnern. Der Gebärmutterhals ragt in die
Scheide vor, in die auch die Harnröhre mündet, das
heisst es gibt anders als bei der Frau, eine
gemeinsame Harn- und Geschlechtsöffnung.
Auge und Ohr
Die wichtigste Schicht
des Auges ist die Netzhaut (Retina). In ihr werden
Lichtimpulse in elektrische Potentiale umgewandelt,
die dann über die Sehnerven zum Gehirn gelangen, wo
die Seheindrücke bewusst wahrgenommen werden. Das
Licht gelangt durch die transparente Hornhaut und
durch die dahinterliegende Pupillenöffnung der Iris
(Regenbogenhaut) zum Augenhintergrund auf die
Netzhaut. Je nach Lichteinfall ist die Pupille gross
oder klein. Die Feinregulierung der Lichtbrechung
wird dahinter von der Linse besorgt. Die Iris ist
meist braun gefärbt, kann aber bei gewissen Rassen
auch blau sein. Dies ist eine Frage der Pigment- und
Fettverteilung. Darum herum liegt zum Schutz der
inneren Strukturen noch die weisse äussere Augenhaut
(Sklera).
Die Bindehäute sollten hellrosa sein, bei
Augenentzündungen, die durch Zugluft entstehen
können, sind sie manchmal dunkelrot gefärbt. Die
meisten Tiere haben ein 3. Augenlid, die Nickhaut,
die im nasenseitigen Augenwinkel liegt. Bei starkem
Wurmbefall bei Katzen kann das 3. Augenlid
vorfallen, man sieht dann ein weisses Häutchen über
dem Auge. Jede Augenveränderung sollte von einem
Tierarzt untersucht werden, um nicht das Sehvermögen
des Tieres zu gefährden! Es ist gefährlich,
menschliche Augentropfen beim Tier anzuwenden, da
beispielsweise bei Hornhautverletzungen keine
cortisonhaltigen Produkte zur Anwendung kommen
sollten.
Das Ohr besteht aus äusserem Ohr, Mittelohr und
Innenohr. Mittel- und Innenohr sind der klinischen
Untersuchung nicht zugänglich und können nur
röntgenologisch oder mittels Computertomographie
dargestellt werden. Das Mittelohr wird durch das
Trommelfell vom äusseren Ohr getrennt. Im äusseren
Ohr verläuft der äussere Gehörgang zuerst senkrecht
im knorpeligen Teil, dann waagrecht im Schädel. Beim
Putzen der Ohren kann nur der senkrecht verlaufende
Teil gereinigt werden, den waagrechten erreicht man
nur durch "Langziehen" der Ohren. Dabei muss man bei
Abwehrbewegungen des Hundes aufpassen, dass das
Trommelfell nicht verletzt wird. |
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Abbildung
Schnitt durch das Ohr
linkes Bild: Stehohr
mit weitem äusserem Gehörgang.
rechtes Bild:
Hängeohr mit engem äusserem Gehörgang ->
schlechtere Belüftung -> gehäufte Enzündungen. |
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Beim Hörvorgang
kommt das Trommelfell durch Schallwellen in
Schwingung. Seine Schwingungen werden im Mittelohr
über die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss,
Steigbügel) auf das Innenohr übertragen, wo sich
spezielle Rezeptoren befinden. Von da gelangen die
Reize zum Gehirn, wo sie bewusst wahrgenommen
werden. Von den verschiedenen Tierarten werden
unterschiedliche Schallfrequenzen wahrgenommen.
nach oben! |
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